Mittwoch, 31. Januar 2007

Das Riesending

Alle namhaften Hersteller konnten in den letzten Monaten die Kenndaten - Kontrast, Schwarzwert, Bildwiederholfrequenz - ihrer Topgeräte verbessern. So gehört es schon zum guten Ton 120 mal in der Sekunde ein Bild anzuzeigen und ein Konstrastverhälntiss von über 3000:1 zu besitzen. Auf der CES 2007 (Consumer Electronics Show) in Las Vegas brach Sharp mit der Vorstellung eines 108 Zoll, dies sind 2 Meter und 75 Zentimeter, Fernsehgeräts alle Rekorde in der Kategorie Bildschirmgröße. Mit diesem 2,4 Meter breiten und ca. 1,3 m hohen Riesending überholte Sharp den bisherigen Rekordhalter Panasonic, der mit einem Plasma-Fernseher auf 103 Zoll kam.

Das folgende Foto zeigt einen Prototypen von Sharp ganz real auf der Messe (dies ist keine Photoshop Simulation). LCD Fernseher holen nun auch in der Größe auf, so dass Plasma und LCD Technolgien in ihren technischen Kenndaten immer ähnlicher werden. Dies ist für uns Konsumenten positiv, da dadurch - so hoffen wir zumindest - die Preise sinken.

Photo © 2007 Robert Silva

Dienstag, 30. Januar 2007

Wenn ich einmal reich wär ..

Tevjem der ukrainische Milchman singt im wohl bekanntesten Lied des Musical Anatevka (Fiddler on the Roof), wie schön es wäre, ein reicher Mann zu sein. 1905, da waren die Träume noch bescheidener, und so hat der Autor Scholem Alejchem Tevjem damals die Wünsche nach Hühnern, Gänsen, Enten und einem Geschmeide für sein Weib mit dem Doppelkinn, in den Mund gelegt. Heute würde sicher ein iPod und LCD Fernseher mit im Text stehen. In den folgenden Postings dieser Kategorie werde ich daher eine zeitgemäße Wunschliste von Tevjem befüllen, Vorschläge dafür werden jederzeit entgegen genommen.

Und da weder sie noch ich Frank Capaci heißen, wird es in Zukunft wohl nur bei der Liste alleine bleiben und wir summen mit Chaim Topol

If I Were a Rich Man
Ya ha deedle deedle, bubba bubba deedle deedle dum
All day long I'd biddy biddy bum
If I were a wealthy man.

... hier die Lyrics zum mitsingen und Englisch lernen

Montag, 29. Januar 2007

Entfernung zum Bildschirm

"Iss einmal im Tag was Warmes, sonst wirst krank und sitz nicht so nah beim Fernseher, die Strahlen sind gefährlich". Zwei Großmutterweisheiten, die durchaus ihre historische Berechtigung haben, und wir wissen ja, immer schön der Oma folgen. Empfiehlt ihnen jedoch der Händler ihres Vertrauens - oder ein Experte in einem Internet Forum - eine Entfernung zum TV Schirm in der Größenordung der 4-5 fachen Bildschirmdiagonale einzuhalten, dann sollten sie dies mal hinterfragen.

Historisch betrachtet hat Großmutter recht, denn bei einem alten Televisionsgerät, dass mit einem schlechten oder gar VHS Videosignal versorgt wurde, konnte man gar nicht weit genug entfernt sitzen. Aber bei den heutigen technischen Wundwerken, welchen Abstand soll man da einhalten?

Im Internet findet man dazu eine Menge recht unterschiedlicher Aussagen, daher habe ich mit Hilfe einiger trigonometrischer Funktionen - wozu ist man denn auch Mathematiker - und physiologischer Kenndaten unseres Auges, wie Auflösungsfähigkeit und ermüdungsfreies Blickfeld, den theoretischen Minimalabstand bestimmt. Das Ergebnis langer Berechnungen unter der Annahme einiger Randbedingungen, siehe Fußnote, ist

Abstandmin = 1,7 x Bildschirmdiagonale
(für HD Signale)


Abstandmin = 2,6 x Bildschirmdiagonale
(für SD Signale)


Übrigens, ist es ein Trugschluss, dass zu dicht vor dem Bildschirm oder der Leinwand zu sitzen den Augen schadet.

© 2005 by Hermann-Herzog-Grundschule

Die Berechnungen wurden für ein 16:9 Display, mit High Definition, HD 1080i (1920 x 1080 sichtbare Pixel) und Standard Defintion, SD (720 x 576 sichtbare Pixel) durcheführt. Als ermüdungsfreis Sehfeld wurden 20 Grad horizontal sowie 15 Grad vertikal, und als maximale Auflösung des Auges 1,5 Winkelminuten angenommen. Als Referenz wurde das vertiale Blickfeld herangezogen, jeweils 16% in den horizontalen Außenbereichen wurden dem peripheren Sehen zugeordnet.

Freitag, 26. Januar 2007

Gut gebrüllt ...

"Flachbild schickt Röhre in Pension", davon träumen die Hersteller und bemühen Studien, die verlauten, dass 2006 in Deutschland erstmals mehr Flachbildfernseher als Röhrengeräte verkauft worden sind.

© Bitkom/EITO/GSDZ

Nach Berechnungen des Branchenverbands Bitkom konnte der Absatz von LCD- und Plasmafernsehern gegenüber dem Vorjahr auf drei Millionen fast verdoppelt werden. Die Verkäufe von Röhrengeräten sind dagegen um 33 Prozent auf 2,7 Mio. Fernseher eingebrochen. 2007 soll der Absatz von LCD- und Plasmageräten bereits die Marke von vier Millionen knacken.

muss ich wirklich schon in Pension?

Auch bei den großen Formaten soll es ganz stark in Richtung LCD gehen. So hat Loewe, einer der wenigen deutschen TV-Hersteller, Röhrengeräte bereits aus seinem Programm genommen, dabei waren sie vor gar nicht so langer Zeit noch stolz den größten deutschen Röhrenfernseher zu verkaufen. Die Loewe Propagandaabteilung schreibt: "Im Premiumsegment zeichnet sich ein LCD-Vormarsch ab, es ist uns gelungen, uns durch attraktive, begehrenswerte Geräte vom Markt abzukoppeln". Ob es so gut ist sich vom Markt abzukoppeln, aber die werden schon wissen was sie tun.

ein attraktiver Loewe mit Swarovski Steinen an der Flanke

Und der Ober-Loewe, Rainer Hecker, träumt schon von seinen Gewinnen: "Für das Gesamtjahr rechnen wir mit einem Umsatzwachstum von rund zehn Prozent auf 380 Mio. Euro und einer Ergebnisverbesserung beim EBIT von mindestens 20 Prozent auf 16 bis 18 Mio. Euro". Ob du recht hast oder nicht, sagt dir Michael Schanze und das Licht.

gut gebrüllt, Rainer Hecker


Quellen:
Flachbild schickt Röhre in Pension - LCD auf Siegeszug im Premiumsegment, (pte/22.01.2007)
Deutsche kaufen erstmals mehr Flachbildfernseher als Röhrengeräte BitKOM.de

Mittwoch, 24. Januar 2007

SED - Wunder der Technologie

Unzählige Internetseiten und Mediamarktverkäufer referieren über Vor- und Nachteile von LCD, Plasma und der Röhre. Alles nicht mehr notwendig, denn es kommt SED, die langerwartete Technologie, die nun alle Vorteile vereint.

Gleich gute Bildqualität und Betrachtungswinkel wie bei der Röhre - das Prinzip der Bilderzeugung ist bei SED ist ähnlich dem der guten alten Röhrentechnologie - geringer Stromverbrauch, sehr schnelle Reaktionszeit und hoher Kontrast. Und SEDs sind genau so riesig und beeindruckend, haben also einen mindestens gleich hohen Veblen Effekt.

SED (Surface-Conduction Electron-Emitter Display) ist eine Entwicklung von Toshiba und Canon, welche schon seit 2005 in den Startlöchern schlummert. Laut Auskunft der Marketingabteilungen soll ab 2008, dem Jahr der olympischen Spiele in Beijing, SED für den Massenmarkt verfügbar sein.


Wann es die SED Fernseher nun wirklich geben wird und was diese Kosten werden, hängt von vielen Faktoren ab, wie Patentstreitigkeiten, strategische Überlegungen und Übernahmen (seit 2007 ist Canon federführend).

Wer auf einen SED Fernseher hofft, muss sich also noch in Gedud üben, und niemand kann mit Sicherheit sagen, ob es diese Geräte überhaupt jemals für den Consumer Markt geben wird. Also mal einen LCD Riesen kaufen und in 3 bis 4 Jahren ein neues SED Gerät, dann freut sich die Elektronikindustrie bzw. der Handel und die Marketingabteilungen fahren zur Belohnung für die Mehrfachmelkung ins Disneyland.

Multimedia Esse

Haben auch sie Ärger mit der improvisierten Radio-, CD- oder Fernsehecke in ihrem privaten Küchenstudio? Wenn ja verpricht das Siemens Presseservice nun einen Logenplatz am Herd mit freiem Blick auf Die Sahnehaube unter den Hauben.


Denn Siemens weiss, was Männer wünschen: Einen richtig sexy Breitbildfernseher mitten im Dunstabzug. Auf zum fröhlichen Kochen mit der Multimedia Esse LC8M950. (Unverbindliche Preisempfehlung im Jahr 2005: 3.599 € , geilzhals.at: 1.944 - 2699 €, idealo.de: 1.599 € - 2.035 € )

Was darfs denn sein ..

Plasma oder LCD, oder eine superflache Röhre?

32, 37, 40 oder gar 50 Zoll in der Bilddiagonale?

LG, Philips, Sony, Samsung oder gar ein Xoro HTL?

Was ist besser, wer ist billiger, und brauch ich das Ready Logo?

So viele Fragen gleich im ersten Beitrag, und dabei hat der werte Leser doch auf Antworten gehofft. Jedoch auf diese Fragen gibt es mindestens so viel unterschiedliche Antworten wie es (selbsternannte) Experten im LCD Fernsehland gibt.

Dieser Blog wird daher weder allgemeingültige Weisheiten, noch lange technische Erklärungen präsentieren, sondern jene kurze Fragestellungen, welche vor dem Kauf unter den Nägeln brennen, behandeln und die werten Leser über Neuigkeiten der wunderbaren Welt der technischen Wunderwerke informieren.

Viel Spass beim Lesen, Ihr

LomaDI