"Iss einmal im Tag was Warmes, sonst wirst krank und sitz nicht so nah beim Fernseher, die Strahlen sind gefährlich". Zwei Großmutterweisheiten, die durchaus ihre historische Berechtigung haben, und wir wissen ja, immer schön der Oma folgen. Empfiehlt ihnen jedoch der Händler ihres Vertrauens - oder ein Experte in einem Internet Forum - eine Entfernung zum TV Schirm in der Größenordung der 4-5 fachen Bildschirmdiagonale einzuhalten, dann sollten sie dies mal hinterfragen.
Historisch betrachtet hat Großmutter recht, denn bei einem alten Televisionsgerät, dass mit einem schlechten oder gar VHS Videosignal versorgt wurde, konnte man gar nicht weit genug entfernt sitzen. Aber bei den heutigen technischen Wundwerken, welchen Abstand soll man da einhalten?
Im Internet findet man dazu eine Menge recht unterschiedlicher Aussagen, daher habe ich mit Hilfe einiger trigonometrischer Funktionen - wozu ist man denn auch Mathematiker - und
physiologischer Kenndaten unseres Auges, wie Auflösungsfähigkeit und ermüdungsfreies Blickfeld, den theoretischen Minimalabstand bestimmt. Das Ergebnis langer Berechnungen unter der Annahme einiger Randbedingungen, siehe Fußnote, ist
Abstandmin = 1,7 x Bildschirmdiagonale (für HD Signale)Abstandmin = 2,6 x Bildschirmdiagonale (für SD Signale)Übrigens, ist es ein
Trugschluss, dass zu dicht vor dem Bildschirm oder der Leinwand zu sitzen den Augen schadet.
© 2005 by Hermann-Herzog-GrundschuleDie Berechnungen wurden für ein 16:9 Display, mit High Definition, HD 1080i (1920 x 1080 sichtbare Pixel) und Standard Defintion, SD (720 x 576 sichtbare Pixel) durcheführt. Als ermüdungsfreis Sehfeld wurden 20 Grad horizontal sowie 15 Grad vertikal, und als maximale Auflösung des Auges 1,5 Winkelminuten angenommen. Als Referenz wurde das vertiale Blickfeld herangezogen, jeweils 16% in den horizontalen Außenbereichen wurden dem peripheren Sehen zugeordnet.